Die Situation:
Ein Velofahrer (Radler) will von A nach D.
Bei der Kreuzung B muss er sich entscheiden:
- nach rechts auf den Veloweg, der durch eine Strasse führt, die für Autos gesperrt ist (ausser für Anwohner)
- oder geradeaus im Slalom zwischen parkierten und fahrenden Autos
Beim Punkt C kommen die beiden Wege wieder zusammen.
Richtig: der doofe Radler (und das sind ca. ein Drittel der Velofahrer auf dieser Strecke) entscheidet sich gegen den Veloweg. Am besten noch zu zweit nebeneinander, auch immer gerne mit dem Handy am Ohr.
Heute habe ich einen Versuch unternommen.
Gleich nach Punkt D kommt eine Kreuzung, wo ich rechts abbiege. Also habe ich total verkehrsvorschriftswidrig ein bisschen zu weit rechts eingespurt und die Hälfte des Velostreifens mit meinem Auto belegt. Von hinten kam der doofe Velofahrer angeradelt, derjenige der grad vorher den Veloweg verschmäht hatte.
Und JA - er radelt links um mich herum, stellte sein Velo quer vor mein Auto und fing an zu wettern, zeigte auf den Velostreifen, den ich ihm verweigerte (mit ein bisschen zielen hätte er durchaus durchfahren können) und ereiferte sich ob dem ihm widerfahrenen Unrecht.
Leider reichte die Zeit nicht für ein klärendes Gespräch, da mittlerweile die Ampel auf Grün stand und er von dannen zog.
Nein, es war kein Gümmeler, keiner der Wannabe-Cancellaras im schreiend bunten Dress. Sondern ein junggebliebener Herr gesetzteren Alters. Wahrscheinlich war damals, als er diesen Weg zum ersten Mal gefahren ist, alles noch anders. Edison hatte gerade den Strom erfunden und es gab keine so neumödigen Sachen wie Velowege. Und aufs Alter hin lernt man nichts neues dazu ..
theswiss- 27. Aug, 09:50 - 56 8-)